U.S. - Gesellschaftsrecht

Die Wahl der gesellschaftsrechtlichen Gestaltungsform ist eine der wichtigsten Entscheidungen, die Sie für Ihr Unternehmen im Ausland treffen müssen. Das Gesellschaftsrecht der US-Staaten stellt für Ihr Unternehmen verschiedene Personen- und Kapitalgesellschaften zur Verfügung, unter denen es operieren kann.

Dabei helfen wir Ihnen nicht nur bei der Firmengründung und besorgen für Sie alle notwendigen Lizensen. Wir begleiten Sie auch bei der Einführung neuer Produkte auf dem amerikanischen Markt und der weiteren Expansion innerhalb der USA. Dabei ist zu beachten, dass jeder Einzelstaat andere Erfordenisse für den innerstaatlichen Handel voraussetzt.

Zudem ist zu der Vermeidung des Entstehens einer persönlichen Haftung der Gesellschafter ständig auf die Einhaltung bestimmter Formalitäten auch wärend des laufenden Geschäftsbetriebes zu achten.

Darüber hinaus unterstützen wir Sie bei Gestaltung und Ueberprüfung von Verträgen unter Berücksichtigung des amerikanischen Rechtes, welches sich insbesondere in Fragen der Gewährleistung erheblich vom deutschen Recht unterscheidet.

Unter Berücksichtigung Ihrer wirtschaftlichen Zielsetzung im Ausland wägen unsere Anwälte die Vor- und Nachteile der einzelnen Gesellschaftsformen für Sie ab und finden die beste Gesellschaftsform für Ihr Unternehmen in den USA.

I. Corporation (Aktiengesellschaft)

Die Corporation entspricht in Ihren wesentlichen Merkmalen der deutschen Aktiengesellschaft.
Für ausländische Unternehmen ist die Corporation in mehrfacher Hinsicht die beste Gesellschaftsform:

1. Gründung
Die Gründung einer Corporation vollzieht sich mit dem Einreichen der Articles of Incorporation bei den zuständigen Behörden der jeweiligen Staaten - für gewöhnlich der Secretary of State. Nach dem Einreichen der Articles wird für gewöhnlich eine Satzung verabschiedet, die detaillierte Regeln hinsichtlich der internen Operationen enthält.

Die Lebensdauer einer US-Corporation ist unbegrenzt. Dies bedeutet, dass die Gesellschaft grundsätzlich so lange existiert, bis sie durch Gesellschafter- oder Gerichtsbeschluss aufgelöst wird.

Initial Agent
Das US-Recht verlangt für die Gründung einer Corporation die Angabe eines ‘Initial Agent’ in dem Staat der Gesellschaftsgründung. Dieser nimmt die für die Gründung notwendigen Handlungen vor, ist Ansprechpartner für die US-Behörden und zum Empfang offizieller Dokumente berechtigt.

Unsere Kanzlei übernimmt gerne diese Funktion für Sie. In enger Zusammenarbeit mit Ihrem Unternehmen wickeln wir den gesamten Gründungsprozess für Sie ab.

Business Services
Ausländische Unternehmen, die eine Niederlassung oder Gesellschaft in den USA gründen wollen, aber noch nicht über die erforderliche Firmenadresse in den USA verfügen, wenden sich bitte an uns. Wir sind gern bereit, ihre US Firma zu hosten.


2. Haftung
Die Aktionäre einer Corporation sind nicht persönlich haftbar für Geschäftsverbindlichkeiten und Schulden der Gesellschaft, so dass die Aktionäre grundsätzlich nur das Risiko eingehen, Vermögen in Höhe des Wertes ihrer Aktien zu verlieren.

3. Vertretung
Grundsätzlich verlangt das amerikanische Recht, dass jede Corporation einen President, einen Secretary, einen Treasurer und eventuell andere Officers hat. Der Board of Directors (Vorstand), der von den Aktionären gewählt wird, ist grundsätzlich befugt, die Geschäftsführung zu übernehmen sowie Angelegenheiten der Gesellschaft zu managen. Directors müssen nicht zwingend Aktionäre sein. Die meisten Entscheidungen der Directors bedürfen nicht der Zustimmung der Aktionäre.
Die Officers werden vom Board of Directors gewählt und führen dessen Entscheidungen aus. Ferner leiten sie das Tagesgeschäft der Gesellschaft. Zu den Officers zählen der President, der Vice President, der Secretary und der Treasurer.

4. Besteuerung
Die Corporation ist eigenständiges Besteuerungssubjekt. Die Gründer einer Corporation können zwischen zwei steuerrechtlichen Organisationsformen wählen: die C-Corporation und die S-Corporation. Das Einkommen der C-Corporation wird von der Gesellschaft versteuert; bei der Wahl einer S-Corporation wird das Einkommen der Gesellschaft von den Aktienhaltern direkt versteuert.

II. Andere Gesellschaftsformen

1. Partnerships (Personengesellschaften)

Die Partnerships sind vergleichbar mit den deutschen Personengesellschaften. Folgende Arten der Personengesellschaften sind zu unterscheiden:

1.1 General Partnership

Die Gründung eines General Partnership setzt voraus, dass mindestens zwei Gesellschafter die gemeinschaftliche Führung eines Geschäftes vereinbart haben. Da diese Vereinbarung keiner Schriftform bedarf und auch kein offizielles Gründungsverfahren durchlaufen werden muss, existieren viele formlose Partnerships.
Haben die Gesellschafter ihr Innenverhältnis nicht erschöpfend durch den Gesellschaftsvertrag geregelt, ist das jeweilige Gesellschaftsrecht der einzelnen Bundesstaaten subsidiär anwendbar. Generell bezwecken diese Vorschriften eine gleichmäßige Verteilung des Gewinnes und Verlustes unter den Partnern. Für viele Partnerships ist eine solche Regelung nicht wünschenswert. Aus diesem Grund sollten die Partner eine detaillierte Regelung ihrer internen Verhältnisse in einem schriftlichen Gesellschaftsvertrag treffen, insbesondere was die Gewinn- und Verlustverteilung angeht.

Jeder Partner haftet persöhnlich für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft. Aus diesem Grund kommt diese Gesellschaftsform für ausländische Investoren generell nicht in Betracht.

1.2 Limited Partnership

Anders als ein General Partnership unterscheidet ein Limited Partnership haftungsrechtlich zwei unterschiedliche Gesellschafter-Typen:

(1) Mindestens einen ‘General Partner’, der persönlich für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft haftet, sowie
(2) Mindestens einen ‘Limited Partner’, der in die Gesellschaft investiert, aber nicht persönlich für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft haftet.

Der ‘Limited Partner’ riskiert lediglich den Verlust seiner Investition. General Partner kann neben einer Privatperson auch eine “Corporation” oder eine “Limited Liability Company” sein.
Die Gründung eines Limited Partnerships setzt die Einreichung des ‘Certificate of Limited Partnership’ beim State Officer, für gewöhnlich der Secretary of State voraus. 

1.3 Registered Limited Liability Partnership  (LLP)

Das Limited Liability Partnership (LLP) ist eine Gesellschaftsform, die speziell für Freiberufler - insbesondere Rechtsanwälte und Steuerberater - ins Leben gerufen wurde.
Die Gründung einer LLP setzt voraus, dass die Gründer entsprechende Registrierungsdokumente bei den zuständigen Behörden einreichen.
Die LLP ähnelt in vielerlei Hinsicht dem General Partnership. Sie unterscheidet sich vom ‘General Partnership’ lediglich hinsichtlich der Haftung Ihrer Partner. Der einzelne Partner haftet nicht für Forderungen Dritter, die auf Fehler, Inkompetenz oder Sorgfaltspflichtverletzungen anderer Partner beruhen. Außerhalb dieser Berufshaftpflichtfälle haftet jeder Partner für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft wie Mietforderungen, Lohnforderungen etc..

2. Limited Liability Company (LLC)

Die Limited Liability Company (LLC) ähnelt in ihrer Organisationsstruktur der deutschen GmbH.
Sie hat ebenfalls eine eigene Rechtspersönlichkeit. Ihre Gründung setzt die Einreichung der sog. “Articles of Organization” beim Secretary of State (oder anderen zuständigen State Officials) voraus. Insofern ähnelt eine LLC mehr einer Corporation als einem Partnership.
Die LLC gewährt den Inhabern Schutz vor einer persönlichen Haftung für Geschäftsverbindlichkeiten wie eine Corporation. Die Inhaber haften nicht für die Verbindlichkeiten der LLC.